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Glaubenszeugnisse und Erfahrungen

Elisabeth Michels
Elisabeth Michels

Sterbende begleiten - fürs eigene Leben lernen

„Sterbende begleiten, das könnte ich nicht“, höre ich öfter. Ist es die Angst vor dem Unbekannten, dem Unfassbaren, der eigenen Endlichkeit? Haben wir verlernt, mit Sterben und Tod umzugehen?
Die Hospizbewegung hat sich die Verbesserung der Lebensqualität am Ende des Lebens zur Aufgabe gemacht. Neben der palliativ-medizinischen Versorgung sind psycho-soziale Begleitung und spiritueller Beistand wichtig. Die Hospizarbeit will Sterbende und ihre Angehörigen unterstützen. An einigen Beispielen möchte ich deutlich machen, was für mich Hospizarbeit bedeutet.

Eine der ersten Begleitungen war für mich sehr bewegend. Im stationären Hospiz in Koblenz hatte ich zwei Stunden am Bett eines mir unbekannten älteren Mannes zu wachen. Er war nicht mehr ansprechbar. Das Rasseln des manchmal aussetzenden Atems erfüllte den Raum. Dem Sterben eines Menschen so nahe zu sein und nichts tun zu können, außer da zu sein, war schwer auszuhalten. Die eigene Ohnmacht angesichts des Todes wurde mir sehr bewusst. Viele Bilder bewegten mich und dann fing ich an, still zu beten. Indem ich den sterbenden Mann, dessen Leben ich nicht kannte, Gott anvertraute, wurde es mir leichter. In mir wuchs das Bild des barmherzigen Gottes, der uns alle an der Schwelle des Todes erwartet und einlädt, für immer bei Ihm zu sein. Meine Hilflosigkeit wandelte sich in Zuversicht für den Sterbenden. Mein zunächst aus der Not entstandenes Gebet wurde sehr innig. Als nach zwei Stunden die Tochter kam, verabschiedete ich mich - reich beschenkt.

Sterben ist Leben - intensives Leben. Jeder Mensch sucht innerhalb seiner Möglichkeiten nach Lebensqualität. Ich denke an den Mann, der eine Begleitung für kleine Spaziergänge in vertrauter Umgebung sucht und kurz nach meinem zweiten Besuch stirbt. Oder die Frau, die gerne noch ein Gläschen Sekt trinkt: „Noch einmal genießen.“ Oft habe ich mit Menschen, die wussten, dass ihre Lebenszeit zu Ende geht, erzählt und gelacht.
Anderen ist es wichtig, über ihr Leben zu sprechen wie die Frau, die in hohem Alter von ihren harten Erfahrungen mit Krieg und Vertreibung erzählt. Sie ist froh, über dies alles noch einmal sprechen zu können. „Man muss das Leben nehmen, wie es kommt“, hat sie im Leben gelernt und erwartet so auch den Tod. Hochachtungsvoll habe ich mich von ihr verabschiedet.
Berührend ist für mich immer wieder die Offenheit, mit der sterbende Menschen mir begegnen. Innerhalb kurzer Zeit entsteht oft viel Nähe und Vertrautheit. In dieser Atmosphäre können Betroffene auch von ihrer Angst vor dem Sterben sprechen. Eine Frau fragte z.B. immer wieder: „Aber heute doch nicht?!“ Oft ist schon das Erzählen der eigenen Nöte eine Entlastung und das Sprechen über die Angst erleichtert. Religiösen Menschen hilft das gemeinsame Beten oder im fortschreitenden Prozess des Sterbens mein stellvertretendes Gebet. Bewegend ist es für mich, wenn ich bei der Spendung der Krankensalbung dabei sein darf.
Die Begleitung Sterbender erlebe ich als ein Geben und Nehmen. Selbst dort, wo Sterbende nicht mehr sprechen können, geschieht Begegnung. Sterbebegleitung führt uns an die Grenzen des Lebens. Meine eigene Endlichkeit und die Kostbarkeit unseres Lebens werden mir sehr bewusst. Doch je mehr ich mich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetze und darüber rede, umso angstfreier und hilfreicher kann ich für Sterbende und ihre Angehörigen sein. Ich lerne das Leben als Geschenk zu sehen und ahne die Bedeutung des Gebetes:
„Herr, lehre mich bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Ps 90,12)
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Veröffentlicht in: Brücke der Hoffnung; Zeitschrift der Armen Dienstmägde Jesu Christi, Dernbach; Nr. 68, Oktober 2009

Elisabeth Michels, Siershahn

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