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Das Anliegen„Gott will mit Jedem
einen neuen Anfang machen"

Theologische Hintergründe der Erwachsenenkatechese

Im Jahre 2001 schrieben die deutschen Bischöfe, dass nur wenige der im Kleinkindalter Getauften geradlinig in eine erwachsene Identität als Christ finden. Selbst da, wo Heranwachsende noch ein christli-ches Umfeld und eine religiöse Erziehung erfahren, gilt: „Das einsti-ge katholische Milieu mit seinen vielfältigen stützenden Funktionen ist mehr oder weniger weggefallen; das sichere Netz, in dem die er-erbte und übernommene christlich-kirchliche Identität aufgehoben war, hat sich - vielleicht bis auf einzelne Reste - aufgelöst."
Deshalb braucht es, so die Folgerung der Bischöfe, „eine - erwachsenen Menschen gemäße - Initiation in den christlichen Glauben".

Was ist mit „erwachsenengemäß"
und was mit „Initiation" gemeint?

Die Bibel hat grundsätzlich Erwachsene vor sich, die zum Glauben berufen werden. Erwachsen zu glauben geht anders als ein Kind oder Jugendlicher glaubt. Kinder und Jugendliche hängen in vielem von den Eltern, Großeltern und vom Lebensumfeld ab.

Erwachsen-werden bedeutet nicht bloß die Erlaubnis zu bekommen, alles allein machen zu dürfen, was bisher nur mit den Erwachsenen zusammen möglich war. Sondern Erwachsensein heißt, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen, es zu gestalten und zu verantworten, z.B. die eigene Wohnung einzurichten, seinen Beruf zu ergreifen, seinen Lebenspartner zu wählen ...
Erwachsenwerden bedeutet, auszuziehen aus dem vertrauten Elternhaus; Erwachsensein bedeutet, Neuland zu betreten, eigenständig und initiativ zu werden ...

In der Bibel heißt „zum Glauben kommen", vom Vertrauten und Gewohnten ins ungewohnte Andere, ja „in die Fremde" weggerufen werden. Der biblische Typos dafür ist Abraham: „Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde." (Gen 12,1) Maria wird ins Unbekannte hineingerufen und muss ihr Lebenskonzept umstellen. Jesus verlässt nach seiner Jordantaufe Nazareth. Andreas und Simon lassen die Netze des Vaters liegen. Maria Magdalena verlässt den Ort ...

„Auf der Linie des Abrahamglaubens", so schrieb Benedikt XVI. früher, „können wir über den christlichen Glauben sagen, dass nie-mand ihn einfach als ein Eigenes vorfindet. Er kommt nie aus dem bloß Eigenen. Er bricht von außen ein. Das bleibt immer so. Niemand wird als Christ geboren, auch nicht in einer christlichen Welt und von christlichen Eltern. Immer kann sich Christentum nur als neue Geburt ereignen. Der christliche Glaube ist ein Ereignis, das von außen her auf uns zutritt. Der Glaube beruht darauf, dass uns etwas (oder jemand) begegnet. Genau dies ist mit dem Begriff der Offenbarung gemeint: Das Nicht-Eigene, im Eigenen Vorkommende, tritt auf mich zu und reißt mich aus mir heraus, über mich hinaus, schafft Neues. Keiner ist Christ aus sich selbst, sagten wir; jeder ist es nur durch «Bekehrung»." (J. Ratzinger, Glaube-Wahrheit-Toleranz, Freiburg 2003, 72)

Christlicher Glaube ist nicht identisch mit der Übernahme einer Erbschaft oder einer vorgefundenen Tradition. Christlicher Glaube beginnt nach Ratzinger mit einem Ruf, mit einer Erfahrung des Angesprochenseins - mit dem Gerufenwerden ins Neue und Andere.
„Der Glaube", so sagt es das Direktorium für Katechese, „ist eine persönliche Begegnung mit Jesus Christus, in der man sein Jünger wird." Glaube beginnt mit der Antwort auf den Ruf Gottes, in die Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus einzutreten - biblisch gesagt: sein Jünger zu werden - und das ist der Beginn eines Weges in Neuland, ins Ungewohnte und (noch) nicht Vertraute.

Damit sind wir beim Verständnis von „Initiation".

Eine Initiale ist ein Anfangsbuchstabe; eine Initiation will zum Anfang eines Weges führen. „Wege erwachsenen Glaubens" verstehen sich als „eine - erwachsenen Menschen gemäße - Initiation in den christlichen Glau-ben". Dabei begleiten Christen andere Erwachsene an den Punkt, wo Jesus Christus mit ihnen einen neuen Anfang machen will.

Klemens Armbruster, Freiburg

(ausführlicher: K. Armbruster, Entwicklung der Lebensspanne in: Themenhefte Gemeinde" 6/2008)


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